Andi Kornhofer bei Diskussion des Alois-Mock-Instituts

Wolfgang Sobotka, Vea Kaiser, Reinhard Wolf, Klaudia Tanner, Friedrich Zibuschka, Christian Rädler, Andreas Kornhofer; Fotocredit: Josef Bollwein

Diskussionsveranstaltung über zukünftige Herausforderungen für Städte und Gemeinden. BR Martin Preineder ebenfalls mit dabei.

Das Alois-Mock-Institut lädt als Think Tank regelmäßig Expertinnen und Experten ein, um über die spannenden Themen für die Zukunft zu diskutieren. Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen in Niederösterreich in verschiedene Richtungen: Während Ballungszentren immer stärkeren Bevölkerungszuzug verzeichnen, müssen sich ländliche Regionen mit Ideenreichtum und Risikobereitschaft um Bürgerinnen und Bürger bemühen. Dabei sind vor allem Arbeitsplätze, Verkehrsinfrastruktur und Breitbandausbau Motoren für den ländlichen Raum. In städtischen Ballungszentren sind Gemeinden neben der Infrastruktur besonders bei leistbarem Wohnraum gefordert.

Über dieses Spannungsfeld diskutierten im Rahmen der Reihe Trends 2030 des Alois-Mock-Institutes die Buch-Autorin Vea Kaiser, „Servus in Stadt und Land“-Chefredakteur Andreas Kornhofer, Generaldirektor der Raiffeisen Ware Austria Reinhard Wolf und der langjährige Leiter der Gruppe Raumordnung, Umwelt und Verkehr des Landes NÖ Friedrich Zibuschka.

Warum müssen sich Politik und Gesellschaft über die Unterschiede zwischen Stadt und Land Gedanken machen?

Allein im Großraum Wien verändern jährlich rund 300.000 Menschen ihren Wohnsitz. Die Bevölkerung wird in den kommenden 15 Jahren im Großraum Wien voraussichtlich um 380.000 Menschen ansteigen. Klar ist auch, dass 7 von 10 Arbeitsplätzen in Ballungszentren liegen. Der ländliche Raum ist dementsprechend gefordert für seine Einwohner attraktiv zu bleiben. Dabei zeigt sich, dass die Sehnsucht der Menschen nach Verwurzelung in einer Gemeinden oder einem Grätzl weiterhin ungebrochen groß ist. Gemeinden müssen mit Ideenreichtum und Risikobereitschaft dementsprechend punkten, um als Lebensraum interessant zu bleiben. Viele Gemeinden müssen sich auf diesem Weg eine Strategie zurechtlegen, wofür die eigene Ortschaft stehen kann. Nicht jede Gemeinde kann ein Shoppingcenter oder ein Hallenbad errichten. Man müsse auch wegkommen, vom Gießkannenprinzip überall alles anbieten zu wollen.

„Niederösterreich steht hinter seinen Gemeinden und ist Partner der Gemeinden. Das Land investiert in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, des öffentlichen Verkehrs und setzt Initiativen in Wirtschafts- und Arbeitsplatzförderung. Gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen, die die ländlichen Regionen so lebenswert machen, unterstützt. SO zum Beispiel der Ausbau der Kinderbetreuung, der Erhalt von Kleinschulen etc. Klar ist aber, dass vor allem der Breitbandausbau Turbo für die ländlichen Regionen ist. In einer Welt, die immer näher zusammenrückt, ist die schnelle Verbindung in die Welt notwendiges Gut. Die Zukunft von Stadt und Land kann nur gemeinsam funktionieren. Wir müssen die Chancen der Digitalisierung erkennen und ernst nehmen,“ betonte der Präsident des Alois-Mock-Institutes Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka.