Bad Erlach – Bromberg – Hochwolkersdorf – Katzelsdorf – Lanzenkirchen – Lichtenwörth – Schwarzau am Steinfeld – Walpersbach – Wiesmath – Wiener Neustadt setzen ein starkes Zeichen für die Zukunft: Mit einer neuen Form der regionalen Zusammenarbeit bündeln die Gemeinden und Stadt ihre Kräfte und schaffen damit spürbare Vorteile für rund 21.000 Menschen in der Region und die rund 50.000 Bewohner der Stadt Wiener Neustadt.
„Das, was in den Gemeinden erarbeitet wurde, ist die Zukunft. Das wird zu einem Best-Practise-Beispiel für ganz Niederösterreich werden“, betont Landtagsabgeordneter Franz Dinhobl, der das Projekt von Anfang an als „Schirmherr“ begleitet.
Gemeinsam statt nebeneinander
Nach der Gemeinderatswahl haben sich die Gemeinden bewusst für einen neuen Weg entschieden: weg vom Wettbewerb, hin zur Zusammenarbeit. Ziel ist es, Aufgaben gemeinsam zu lösen und dadurch effizientere und bessere Angebote für die Bevölkerung zu schaffen. Denn für die Menschen zählt nicht die Gemeindegrenze, sondern die Lebensqualität in ihrer Heimat.
Konkrete Vorteile für die Bevölkerung
Die Zusammenarbeit bringt bereits jetzt zahlreiche Projekte und Verbesserungen:
- Verlässliche Kinderbetreuung, auch in Ferienzeiten
- Sicherere Versorgung bei Wasser und Energie
- Modernere und bequemere Wertstoffentsorgung
- Mehr Freizeit- und Bildungsangebote
- Pflegekoordinatorin in den Gemeinden
- Effizienter Einsatz von Steuergeld
Leuchtturmprojekt Kinderbetreuung: „BAKALA“
Mit September 2026 startet das gemeinsame Kinderbetreuungsmodell mit dem Verein „BAKALA“. Drei Gemeinden (Bad Erlach, Katzelsdorf und Lanzenkirchen) bündeln ihre Ressourcen und schaffen ein einheitliches, flexibles Angebot für Familien.
Über 150 Kinder werden betreut, mit einheitlichen Öffnungszeiten bis 17 Uhr sowie Betreuung in den Ferien (mit klar geregelten Schließzeiten). Ein gemeinsamer Personalpool sorgt für Stabilität und Qualität. Das Ergebnis: mehr Betreuungssicherheit bei gleichzeitiger jährlicher Einsparung von mindestens 82.000 Euro.
„Zusammenarbeit stärkt die Gemeinschaft. Mit BAKALA schaffen wir ein verlässliches Angebot für Eltern und Kinder, flexibel und regional für alle Familien in unserer Region“, so Vereinsobmann und geschäftsführender Gemeinderat David Diabl.
Weitere Schlüsselprojekte in Umsetzung
Auch in anderen Bereichen zeigt die Kooperation bereits Wirkung:
- Regionale Wertstoffsammelstelle: Eine moderne, gemeinsame Anlage in Lanzenkirchen erhöht Effizienz und den Komfort für Bürger, täglich mit Bürgercard.
- Trinkwasserversorgung: Durch eine regionale Vernetzung mit Wiener Neustadt soll die Versorgungssicherheit garantiert werden. Eine gemeinsame Projektierung dazu startet.
- Energiegemeinschaft: Über 500 Mitglieder profitieren bereits von günstigem, regional erzeugtem Strom. Bad Erlach steigt in die Energiegemeinschaft ein.
- Einsatz Pflegekoordinatorin: in 5 Gemeinden wird bereits eine Pflegekoordinatorin angestellt, die sich um die Gesundheitsthemen der Bürger kümmert - kostenfrei.
- Musikschulverband: 11 Gemeinden ermöglichen gemeinsam ein breites Bildungsangebot für über 1.200 Schüler.
Breite Unterstützung aus den Gemeinden
Die Bürgermeister der Region stehen geschlossen hinter dem neuen Weg:
„Wir haben uns gefragt, was wir für unsere Bürger besser machen können. Wir sind erst am Anfang“, sagt Bürgermeisterin Bärbel Stockinger.
Bürgermeister Michael Nistl ergänzt: „Wir nutzen Synergien, anstatt uns zu vergleichen – das ist der Weg der Zukunft.“
„Wir haben einfach gestartet, anstatt zu warten, denn gemeinsam erreichen wir mehr als allein. Der Erfolg gibt uns Recht“, so Bürgermeister Bernhard Karnthaler.
Und auch Bürgermeister Peter Lielacher unterstreicht: „Gemeindeübergreifende Angebote sind der Schlüssel für eine starke Region, auch für kleinere Gemeinden.“
Blick nach vorne
Die Zusammenarbeit wird weiter ausgebaut, etwa in den Bereichen Familie, Soziales und Umwelt. Die Gemeinde will sich in allen relevanten Bereichen vernetzen. Ziel ist eine langfristig abgestimmte, leistungsfähige und lebenswerte Region.
Politische Forderung
Die beteiligten Gemeinden unterstützen die Forderung nach einer Umsatzsteuerbefreiung für gemeindeübergreifende Kooperationen: Effizientes und zukunftsorientiertes Arbeiten müsse auch entsprechend gefördert werden.
Fazit
9 Gemeinden und 1 Stadt wachsen Schritt für Schritt zu einem gemeinsamen Lebensraum zusammen, mit mehr Qualität, besseren Angeboten und verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen.




