Zukunftswald und Spitzenforschung: Lanzenkirchen festigt Partnerschaft mit der BOKU

Ein Austausch über die Zukunft des Waldes: Bürgermeister Bernhard Karnthaler empfing den neuen Leiter des Lehrforstzentrums, Dipl.-Ing. Dr. Ferdinand Hönigsberger, zu einem Arbeitsgespräch. Im Fokus stand die langjährige Kooperation mit der Universität für Bodenkultur (BOKU), die bereits seit den 1970er-Jahren im Revier der Bundesforste auf Lanzenkirchner Boden Forschung betreibt. Durch diese Zusammenarbeit ist Lanzenkirchen seit Jahrzehnten offizieller Universitätsstandort, an dem Wissenschaft und Praxis direkt vor Ort zusammenkommen.

„Wir sind abseits von Wiener Neustadt der größte Bildungsstandort der Region, dabei dürfen wir die BOKU als Partner nicht vergessen. Gemeinsam arbeiten wir daran, Forschung und Praxis noch enger zu verzahnen“, betont Bürgermeister Bernhard Karnthaler zur Zukunft des Lehrforsts in Lanzenkirchen. Auch Vizebürgermeisterin Sabina Doria, GGR David Diabl und GR Christian Ponweiser nahmen am Gespräch teil.

Forschung für den „klimafitten“ Wald

Einer der bedeutendsten Versuche widmet sich der Frage, wie heimische Wälder aufzunehmende Trockenheitsperioden reagieren. Ein technisches Highlight der Forschung ist das innovative Entwässerungskonzept der Forststraßen. Nach dem Prinzip der „Schwammstadt“ wurden Wege so umgebaut, dass Wasser gezielt aufgenommen und flächig abgegeben wird. Diese Methode schützt die Infrastruktur und hält die Feuchtigkeit im Wald.

Gemeinderat Christian Ponweiser sieht in der Präsenz der BOKU einen klaren Standortvorteil: „Als Schulgemeinde profitieren wir klar davon, dass mit der BOKU auch universitäre Ausbildung und Forschung bei uns stattfinden. Der Lehrforst zeigt, wie eng Praxis, Wissenschaft und Zukunftsthemen wie klimafitte Wälder miteinander verbunden sind. Das stärkt unseren Standort nachhaltig und schafft Perspektiven für die nächsten Generationen. Gleichzeitig ist es uns wichtig, dass diese Stärke auch in der Region ankommt – etwa durch verstärkte Einbindung der lokalen Gastronomie bei den stattfindenden Lehrveranstaltungen.“

Waldjugendspiele als Highlight im Mai

Ein Fixpunkt im regionalen Kalender sind die Waldjugendspiele, die heuer vom 19. bis 21. Mai stattfinden. Hier wird der nächsten Generation die Bedeutung des Waldes und des Jagdreviers (das allein rund 260 Hektar umfasst) nähergebracht.

Abschließend unterstreicht der Bürgermeister das Ziel der Partnerschaft: „Wir wollen bestehende Projekte sichtbar miteinander denken und den Austausch zwischen der Wissenschaft und unserer Marktgemeinde weiter intensivieren. Lanzenkirchen ist stolz darauf, Boden für die Forstwirtschaft von morgen zu bieten.“